Eric Schley, Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge, Beisitzer im Bundes-F-Ring der SJD-Falken: »Förderer der Arbeit des Archivs der Arbeiterjugendbewegung zu sein, ist für mich als Mitglied der sozialistischen Jugendbewegung selbstverständlich. Der kritische Umgang mit unserer Verbands- und Bewegungsgeschichte ist Teil unserer Verbandsidentität. Das Archiv hat in den letzten Jahrzehnten für die sozialistischen Kinder- und Jugendarbeit vor Ort zur Verfügung gestanden und mit außergewöhnlichen Materialien so mancher Gruppenstunde zu tieferen historischen Erkenntnissen verholfen, als dies sonst möglich gewesen wäre«. |
| Mitteilungen Ausgabe 2009-II |
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Was ist eine Internationale und wie wird eine Internationale gelebt – wohlgemerkt nicht »Die Internationale« – sondern ein Zusammenschluss von nationalen Organisationen, in unserem Falle sozialistischer Kinder- und Jugendorganisationen? Diese Frage war schon bei der historischen Aufarbeitung der Geschichte der IUSY bzw. der SJI schwierig zu beantworten. Dabei verfügte sie trotz aller Schwächen über eine nicht unbeträchtliche Unterstützung durch die sozialistischen Parteien und einige auch national handlungsfähige Jugendorganisationen. Aber die Geschichte der IFM/SEI darzustellen, würde noch schwieriger werden: Ihre Aktivitäten bestanden vor allem in den internationalen Camps und den ihnen vorausgehenden und folgenden Kon gres - sen und Gremiensitzungen. Dabei war ihre finanzielle und personelle Ausstattung gelinde gesagt unzureichend. Dennoch ist es gelungen eine lebendige und anschauliche Darstellung der IFM-Geschichte herzustellen: Wie in einem Mosaik fügten sich die Referate und Diskussionen auf der Archivtagung im Oktober zusammen. Von dem beeindruckenden Gespräch mit Lorenz Knorr, der intelligenten Interpretation von Uwe Ostendorff einer Netzwerkinternationale, über die anschaulichen Referate über die MEO, die österreichischen Kinder freunde, Woodcraft Folk, die schwedische Unga Örnar, Ilpo Rossis Plädoyer für eine Erziehungs- und Wertediskussion in der Tradition der Frankfurter Schule und vor allem die bis dahin wenig beachtete Geschichte der jüdischen Kinder- und Jugendorganisation des SKIF und der Hashomer Hatzair. Wie rote Fäden zogen sich die Fragen nach dem politischen Gehalt von Freizeitaktivitäten und Zeltlagern, nach der »Theorie« und Praxis von Koedukation und Gemeinschaftserziehung, nach dem Verhältnis von Politik – d. i. Partei – und Erziehungsorganisation durch die Tagung. Die Mitteilungen berichten davon und ergänzen dies um die Bruchstücke einer Biografie von O.F. Kanitz, die Schweizer Lasko. Ein neues Netzwerk sozialistischer Jugend in Europa nach dem Ende des Systemkonfliktes entstand mit der ECOSY. Spannende neue Einblicke in eine Neuorientierung internationaler Geschichtsschreibung der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen gibt der Bericht von der 45. Tagung ihres Vereins in Linz. Geschichte ist aber auch immer Rekons truktion des Geschehenen. Einer, der sich große Ver dienste um die Rekonstruktion der Geschich te der Arbeiterjugend- und der Arbeiterjugendbewegung erworben hat, war Karl Heinz Jahnke, einer ihrer führenden Forscher in der DDR, der zwar imRahmen der offiziellen Linie, aber in seiner Forschung eigenständig arbeitete und schon früh Kontakte zu uns knüpfte. Am 14.September 2009 ist er verstorben. Allen Leserinnen und Lesern der Mitteilungen und den Mitgliedern des Förderkreises ein herzliches Danke für die Beiträge und ein gutes Neues Jahr. |
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 22. Dezember 2011 um 21:36 Uhr |








