|
Geschlecht – oder englisch gender – steht im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung. Damit ist gemeint, dass wir hinterfragen wollen, was Weiblichkeit als Geschlecht eigentlich zu verschiedenen Zeiten innerhalb der Arbeiterjugendbewegung bedeutete. Dies zeigt schon, dass nicht von Weiblichkeit gesprochen werden kann, ohne auch Männlichkeit im Blick zu haben.
Mit den unterschiedlichen Konstruktionen des sozialen Geschlechts änderten sich auch die Strategien der »Emanzipation« von Frauen und Mädchen im Verband und unterstützt durch den Verband. Während zum Beispiel in den 1950er-Jahren, ähnlich wie auch bei der SAJ der Weimarer Republik, davon ausgegangen wurde, dass die Mädchen sich vor allem an die Jungen anzugleichen hätten, um Benachteiligungen abzubauen, änderte sich im Laufe der 1970er- und 1980er-Jahre diese Annahme und die patriarchalen Strukturen und Normsetzungen an sich wurden problematisiert.
Dieser spannenden Geschichte wollen wir in einem historischen Längsschnitt nachgehen.
Archivtagung im Archiv der Arbeiterjugendbewegung 21. –22.01.2011
Freitag, 21.01.2011
18.00 Uhr Einführung in das Konzept Gender, Kristin Witte, Berlin
19.00 Uhr Einführung in die Geschichte der Geschlechterbeziehungen in der Arbeiterbewegung vor 1945, Ilse Fischer, Bonn
20.00 Uhr Gemütliches Beisammensein, Buffet
Samstag, 22.01.2011
9.30 Uhr Die Geschlechterproblematik in der Arbeiterjugendbewegung, 1920er- und 1950er-Jahre im Vergleich, Dörte Hein/Berlin, (mit Filmvorführung Mädel wir rufen Dich!, O. Jordan,1956)
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Koedukation und Geschlechterverhältnisse: Die Weimarer Republik, Kristin Witte, Berlin
12.00 Uhr Mittagspause
13.30 Uhr Koedukation und Geschlechterverhältnisse in der Übergangssituation der 1960er-Jahre, Guiscard Eck, Braunschweig
14.30 Uhr Der Einfluß der Zweiten Frauenbewegung auf die SJD – Die Falken, Hildegard Fuhrmann, Köln
15.30 Uhr Kaffee und Kuchen
16.00 Uhr Feministische Kritik an Jugendarbeit und Jugendverbänden, Jule Fiebelkorn, Hannover
17.00 Uhr Die Analyse des Geschlechterverhältnisses und die Theorie der Klassengesellschaft, Barbara Klatzek, Köln
18.00 Uhr Kommentar und Abschlussdiskussion, Kristin Witte, Berlin
18.30 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Anleser des neuen Buches Die Kinderfreunde in der Pfalz mit Friedemann Seitz
Wir weisen darauf hin, dass eine gesonderte Einladung zur Archivtagung durch Brief nicht mehr erfolgt! Bitte benutzt zur Anmeldung den beigehefteten Rückmeldebogen!
Für Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen und Erwerbslose bis zum vollendeten 28. Lebensjahr besteht die Möglichkeit zur Ermäßigung der Tagungskosten um 50 Prozent. Bei Fragen bitte Rücksprache mit dem Archiv halten.
|